TV-Imperium als Rollenspiel

Zwar konnte die Softwarevariante des Spieles immer noch nicht realisiert werden, doch das heißt ja nicht, dass die Idee auch weiterhin brach liegen muss. Die Struktur und das Grundprinzip der Simulation eignen sich unter anderem auch für ein Pen-and-Paper-Rollenspiel. Im Stile von "Dungeons and Dragons" oder "Das schwarze Auge" kann man gemeinsam mit Freunden das virtuelle Fernsehimperium aufbauen und zum Quotenkönig aufsteigen.

Die möglichen Szenarien von "TV-Imperium" müssen vorab natürlich in Form eines kurzen Regelwerkes oder einer Grafik festgehalten werden. Die Ausgangspositionen und Rollen der einzelnen Mitspieler werden dann verteilt oder ausgelost. Um einen klar strukturierten Spielablauf zu gewährleisten, sollte man sich auf ein einheitliches Würfelsystem einigen und den Spielablauf, ein mögliches Ziel und bestimmte Regeln festlegen. Großartig verkleiden muss man sich in diesem Fall natürlich nicht, aber für die Illusion könnten Namenschilder, Etiketten oder vielleicht sogar – im Falle immer wiederkehrender Rollen – richtige Firmenplaketten zuträglich sein. Etikettendrucker gibt es zum Beispiel auf http://www.mediaform.de/barcode/etikettendrucker,408.html zu kaufen. Auch Miniaturen und Modelle von Film- oder Seriensets, Firmensitzen, Kameras, Studios, Schauspieler oder sonstige Komponenten des Spiels können verwendet werden, um die virtuelle Filmwelt vor dem geistigen Auge entstehen lassen. Zu Beginn des Spieles, wenn alle Spieler mit ihrem Grundkapital den Einstieg in die TV-Welt wagen, könnte auf allen Gegenständen noch ein Preisschild prangen, das erst nach dem Kauf abgenommen werden kann.

Wie es auch schon für das Java-Game angedacht war, muss jeder Spieler darauf achten, dass sein Sendeprogramm eine Mischung aus Nachrichten, Wissenschaftssendungen, Unterhaltungsprogramm und Werbung beinhaltet. Der Schwierigkeitsgrad steigt mit zunehmendem Quotendruck. Die Jonglage mit den Programminhalten und das Heischen um Zuschauerzahlen, positive Kritikermeinungen und die Gunst möglichst vieler Zielgruppen kann am Ende entweder im Guten enden und der jeweilige Spieler zieht sich als Senderboss aus dem aktuellen Tagesgeschäft zurück, wohlwissend, dass sowohl die Zuschauer als auch seine Mitarbeiter zufrieden und glücklich sind, oder es endet alles im Bösen – so ähnlich wie in dem Kinofilm "Network" von 1976.

"Network"(1976)

In diesem satirischen Meisterwerk wird ein Szenario rund um das fiktive Fernseh-Network Union Broadcasting System (UBS) und seinen Kampf um Einschaltquoten gesponnen. Am Ende des Films wird um der Quoten willen der Showmaster – einst das goldene Kalb des Senders – vor laufender Kamera von einer Terroristengruppe erschossen, während die Senderchefs über die besten Einstellungen für die Bluttat diskutieren.

Obwohl gerade heute das Tagesgeschäft eines Fernsehsenders unglaublich hart und brutal ist, muss es in "TV-Imperium" ja nicht so weit kommen. Die Spieler sollten versuchen, die Zuschauer mit Kreativität, Einfallsreichtum und Risikobereitschaft für sich zu gewinnen. Viel Glück dabei!

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